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Raya und der letzte Drache

 

 

 

 

 

Mit seinem 59. Film ist Disney Animation wieder ein großer Wurf gelungen. "Raya und der letzte Drache" erscheint in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie am 4. März vorerst exklusiv als VIP-Angebot auf Disney+.

Eine gerade Linie reicht von "Küss den Frosch", dem ersten Film von Disney Animation, der 2009 komplett unter der Ägide des damals neuen Leiters des Traditionsstudios, John Lasseter, entstanden war, zu "Raya und der letzte Drache", dem neuesten Titel in der Ahnenreihe der Prinzessinnenfilme Disneys. Dass unterwegs Lasseter abhanden gekommen (bzw. unter die Räder von #metoo geraten) ist, schmälert nicht seinen Verdienst, den Ball für Repräsentation und Inklusion ins Rollen gebracht zu haben in diesem Genre, von der ersten schwarzen Prinzessin in "Küss den Frosch" über das betonte Bemühen um die korrekte Abbildung der Lebenskultur in der Südsee in "Vaiana" hin zum nunmehr 58. Animationsfilms des Genres, in dem viel Mühe darauf verwandt wurde, vor und hinter der Kamera den Traditionen des südostasiatischen Raums gerecht zu werden.

Es kann kein ganz einfacher Weg gewesen sein: Noch 2019 waren Paul Briggs und Dean Wellins auf der D23 Expo als Regisseure des Films vorgestellt wurden, der zunächst auf einem Drehbuch von Kiel Murray mit Cassie Steele als Sprecherin der Titelheldin basieren sollte. Nun wird Disney-Veteran Don Hall gemeinsam mit Carlos Lopez Estrada als Regisseur gelistet (mit Briggs als Koregisseur), die nunmehr mit einem Drehbuch von "Crazy Rich"-Autorin Adele Lim sowie Qui Nguyen ("Botschaften von Anderswo") arbeiten; Raya wird im Original jetzt von "Star Wars"-Darstellerin Kelly Marie Tran gesprochen (unterstützt u. a. von Awkwafina, Gemma Chan, Benedict Wong, Sandra Oh und Daniel Dae Kim) - offenkundig Teil des aufrichtigen Bemühens, dem Geist der Zeit zu entsprechen und für eine Geschichte aus der Sagenwelt Asiens gezielt mit Künstlern zu arbeiten, die aus diesem Kulturkreis stammen. Wenn das kompliziert klingt und in der Umsetzung vielleicht auch, so merkt man es dem Film nicht an, der zweifellos einer der schönsten in der Geschichte des Studios geworden ist. Einerseits wird er den Traditionen der Gegend gerecht, andererseits ist er aber auch modern erzählt, werden Gleichberechtigung und Völkerverständigung großgeschrieben, und man hat es sich sogar erlaubt, eine homosexuelle Romanze immerhin zart anzudeuten.

Alles so intrinsisch in das Gefüge der Erzählung verwoben, dass man als Zuschauer niemals abgelenkt wird von dem großen Spaß, den die Geschichte macht, die von der Prinzessin eines von fünf Ländern erzählt, die wieder zu dem Fabelreich Kumandra zusammenwachsen sollen: Schlüssel dazu ist das Sammeln der über die einzelnen Länder verteilten fünf Einzelteile eines blau leuchtenden Edelsteins, der wieder zusammengefügt die bösen Druunen in Schach halten kann. Ebenso wichtig ist das Wiedererwecken des letzten Drachen, Sisu, der einst die Menschheit gerettet hatte, sich jetzt aber nicht so ganz als die erwartete unerschütterliche Heldin offenbart, sondern als zartes, unsicheres Wesen, dem selbst nicht ganz klar ist, wie ihm einst geschehen war: Aber gemeinsam ist man stark, und so begibt man sich auf ein Abenteuer, das immer noch eine schöne Idee, noch eine liebenswerte Figur und noch eine imposante Kulisse bereithält. Alles ist immer unverkennbar Disney. Und doch ganz anders, ganz 2021, state of the art, wie man es sich von dem Produktionshaus erwartet, das seit "Schneewittchen und die sieben Zwerge" im Jahr 1937 stets den Ton angegeben hat, was Animationsfilm zu leisten in der Lage ist. In dieser Ahnenreihe macht sich "Raya und der letzte Drache" ebenfalls sehr gut, auch wenn der Film in Deutschland zunächst nicht im Kino, sondern ausschließlich als VIP-Angebot auf Disney+ zu erleben sein wird.

 

Genre: Trickfilm
Länge: 107  Minuten
FSK: ab 0

 

 

 
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