Toy Story

 

 

 

Wunderbare Fortsetzung des Erfolgsfranchise von Pixar um Spielzeugheld Woody und alte und neue Freunde.

"Toy Story" schrieb 1995 Geschichte als erster komplett im Computer entstandener Animationsfilm und erster Hit von Pixar. Vier Jahre später toppte "Toy Story 2" das Einspiel des ersten. 2010 knackte "Toy Story 3" locker die 400 Mio.-Dollar-Einspiel-Marke in den USA. 2019, im Jahr, in dem Disney den Major Fox schluckte, hat nun "Toy Story 4" in den USA das Starteinspiel des Vorgängers mit dem drittbesten Animationsfilmstart aller Zeiten getoppt. Der langjährige Disney/Pixar-Mitarbeiter Josh Cooley, Autor von "Alles steht Kopf" und Storyboard Artist von "Oben", übernimmt hier erstmals die Regie. Andrew Stanton, mit John Lasseter einer der Köpfe des Franchise, bleibt als Kodrehbuchautor und executive producer eine Konstante.

Ebenso wie Tom Hanks' Cowboypuppe Woody weiterhin als wichtigster Held in dieser vierten Spielzeug-Geschichte fungiert. Kumpel Buzz Lightyears Rolle ist kleiner geworden. Dafür rücken mehr weibliche Figuren in den Vordergrund. Woodys Kind ist ein Mädchen und in einer coolen Cinderella/Schäferin/Amazone-Porzellanfigur wird ein moderner Love Interest für Woody vorgestellt.

Die Besetzung kombiniert eine Menge bewährtes Spielzeug mit neuem. Am auffälligsten ist Neuzugang Forky. Es ist eine wunderbare Idee in Zeiten der auf Hyperrealismus und Perfektionismus getrimmten CGI-Bilder eine simple, von einem Kind beklebte Plastikgabel als Held und Hauptspielzeug einzuführen - klassischer und einfacher Slapstick wie das Verrutschen von Forkys Gesichtszügen und Gliedmaßen inklusive. Ein wunderbarer Einfall ist auch, dass Forky sich als Müll und nicht als Spielzeug versteht und entsprechend ständig auf dem Sprung in den nächstbesten Mülleimer ist. Das sorgt für Lacher und ist auch ein cleveres Storyelement, das die Identitätsfindung eines Kindes spiegelt.

Der Film sprüht über vor originellen Ideen und gelungenen Gags wie diesen und schafft es trotz einer Vielzahl von Figuren, mehreren Schauplätzen, u.a. einer Kirmes und einem Antiquitätenladen, und Parallelhandlungen, eine durchgehende Story zu erzählen und nicht wie etwa "Pets 2" in eine wenn auch unterhaltsame Nummern-Revue zu zerfallen. Auch auf der optischen Ebene zeigt sich der ja Perfektionismus und die Meisterschaft von Pixar/Disney, das sich hier erneut als das dominierende Animationsstudio präsentiert. Das gilt auch in punkto Emotionalität. Man lacht Tränen, hat aber auch Tränen der Rührung im Auge.

Bei Teil vier wurde modernisiert, die Mädels sind keck und wissen, was sie wollen, während etwa der neu eingeführte kanadische Evel Knievel eher ein Hasenfuß ist, aber ein Publikumsliebling werden sollte genau wie die beiden aneinandergenähten plüschigen Kirmestrophäen, die schon im Teaser zum Film ihr (Un-)wesen treiben und die Genre-Bandbreite des Films kräftig und deftig erweitern. Und es sind auch Gemeinschaften außerhalb des traditionellen Rahmens erlaubt. Woody muss nicht in einem Kinderzimmerzuhause leben, um sich glücklich zu fühlen, sondern er kann auch die Unabhängigkeit wählen. ..Aber es wird auch das in den vorherigen Filmen bewährte, sympathisch Altmodische, Nostalgische beibehalten, das vor allem das erwachsene Publikum zu schätzen weiß. Die Puppen, wie die Franchise-Klassiker Kartoffelfrau und Dino oder die neuen, alten Puppen aus dem Antiquitätenladen stammen aus vergangenen Zeiten, die das junge Publikum nicht kennt. Die "Toy Story" kann gerne weitergehen!

hai.

Quelle: Blickpunkt:Film

 

 

Genre: Trickfilm
Länge: 100  Minuten
FSK: ab 0

 

 

 

 

 
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