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The Magic Flute - Das Vermächtnis der Zauberflöte

 

 

Prächtige Adaption der Oper, in der ein Schüler der Mozart School in eine Zauberwelt ransportiert wird.

Als Die Zauberflöte am 30. September 1791 uraufgeführt wurde am Wiener Freihaustheater, nur zwei Monate vor dem Tod von Wolfgang Amadeus Mozart, war die Produktion ein echtes Spektakel, mit "grossen Kosten und vieler Pracht in den Dekorationen", wie ein zeitgenössischer Kritiker schrieb - ein Werk für die Massen, das erst im Lauf der Zeit kanonisiert und zur meistgespielten Oper weltweit wurde. Wenn Florian Sigl in seinem Regiedebüt "Die Zauberflöte" nun als prachtvollen Fantasystoff filmisch aufleben lässt, verpackt in eine Rahmenhandlung, in der sich "Harry Potter" und "Die Chroniken von Narnia" die Hand geben, dann mag das Welten entfernt sein von den vormaligen filmischen Adaptionen von Ingmar Bergman und Kenneth Branagh, aber es liegt doch auf einer Wellenlänge mit dem ursprünglichen Werk: Ein volksnahes, gefälliges Erlebnis hatte die Geschichte um den verliebten Prinzen Tamino und die entführte Prinzessin Pamina sein sollen. Das trifft nun auch zu auf den liebevoll gemachten, prächtig produzierten und in seiner Konzeption auch irgendwie irrwitzigen Film der Produzenten Christopher Zwickler und Fabian Wolfart, unterstützt von Roland Emmerich als executive producer und der Tobis als Koproduzent: Die dreistündige Oper wurde gestutzt auf ihre Grundpfeiler, alle großen Arien sind enthalten, neu und imposant eingespielt, gesungen und im Film dargeboten von den größten Namen der Szene. Das eigentliche Stück ist nur in Exzerpten im Film enthalten, eine Art Best of..., Bestandteil einer Zauberwelt, die der 17-jährige Tim Walker durch ein Portal in der Bücherei der Mozart International School betreten kann. Parallel spult der Film zwei Handlungen ab. Einerseits die fantastische Geschichte der Zauberflöte, andererseits Tims ganz erdverbundenes Bestreben, es seinem verstorbenen Vater gleichzumachen und an der Schule als Sänger zu bestehen. Das ist eine kuriose Mischung, zugegeben. Noch kurioser ist, dass sie funktioniert. Weil man mit Fortschreiten der Handlung realisiert, dass es Sigl durch seine erzählerische Volte gelingt, tatsächlich sichtbar zu machen, wie der Zauber von Mozarts Musik funktioniert, wie er einen ergreifen und beflügeln kann. Dann fiebert man mit dem von Jack Wolfe gespielten Tim mit in beiden Erzählebenen. Wenn er als Tamino gemeinsam mit dem Vogelfänger Papageno ein Abenteuer nach dem anderen bestehen muss. Und wenn er sich als einfacher Junge zurechtfinden muss mit den Regeln und Machtstrukturen in seiner Schule, in der ihm der gestrenge Direktor das Leben schwermacht, er von Mitschülern angefeindet wird und ihm die ebenso schöne wie mysteriöse Sophie den Kopf verdreht. Abenteuer und Coming-of-Age umarmen sich in diesem mutig, aber selbstbewusst konzipierten Szenario, das sich vielleicht etwas viel auf die Schultern lädt, aber dann doch immer wieder von der Musik befreit wird, die die beste der Welt ist und sich wohl selten so gut angehört hat wie in einem modernen Soundsystem im Kino, unverstaubt und aufregend. Und dass für die Rolle des Schulleiters F. Murray Abraham gewonnen werden konnte, seinerzeit Oscargewinner für seine Rolle des Salieri in "Amadeus", ist mehr Adelsschlag, als es eine Filmbesprechung sein könnte.

Thomas Schultze.

Quelle: Blickpunkt:Film

 

Genre:

Fantasy

Länge: 124  Minuten
FSK: ab 6

 

 

 
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