Gut gegen Nordwind

 

Schöne Beziehungsgeschichte, die mit einer verirrten Mail beginnt, aus der eine enge Freundschaft und schließlich Liebe wird.

Romantische Komödie nach dem Bestseller vom bereits mehrfach adaptierten Wiener Autor Daniel Glattauer, mit dem die in Beziehungsgeschichten erfahrene Vanessa Jopp (ausgezeichnet bereits für ihr Debüt "Vergiss Amerika") und Komplizen Film ("Toni Erdmann") ihren bislang mainstreamigsten Film vorlegen. Sie gewannen mit Alexander Fehling und vor allem Nora Tschirner aus dem Weimarer "Tatort" und "Keinohrhasen" Publikumslieblinge für die Hauptrollen. Ähnlich wie bei "SMS für Dich", in dem Tschirner die beste Freundin der Protagonistin spielt, ist es eine verirrte Mail, die Ausgangspunkt für eine Romanze ist, eine anonyme, virtuelle, die wie beim Klassiker "Schlaflos in Seattle" erst am Ende in einem realen Treffen mündet. Geschickt bauen Drehbuchautorin Jane Ainscough und Regisseurin Jopp die pointierten Dialoge, Schlagabtausche des Briefromans ein, zeigen Leo und Emma beim Schreiben und lassen im Voiceover ihre Gedanken hören. Begonnen wird mit der Schilderung von Leos Lebenswelt, er ist Linguist, dessen Freundin sich gerade von ihm trennt, erst später wird auch Emma und ihre so weit intakte Familie gezeigt. Nachvollziehbar gelingt der Übergang vom ersten Ärger über die Irrmails zur engen, durch die Anonymität ehrlichen Freundschaft und zur Verliebtheit. Die Macher versuchen trotz mancher dramaturgischer Kniffe die Reaktionen ihrer Figuren so psychologisch authentisch wie möglich auszugestalten, zeigen sie auch in sympathisch alltäglichen Situationen, so ist "Gut gegen Nordwind" keine Hochglanz-High-Society-Schmonzette oder Comedy. Auch wenn Kostüm, Ausstattung und Musik durchaus stilbewusst sind und vereinzelt märchenhafte Elemente eingestreut sind. Weder Komik noch Dramatik werden hier überstrapaziert, der Tonfall ist angenehm zurückgenommen, leichtfüßig, die ZuschauerInnen mitgenommen. Das liegt auch am Ensemble, an der hervorragenden Chemie zwischen Fehling und Tschirner und den sympathischen Nebenfiguren, hervorzuheben ist etwa Lena Rumpf als quirlige Schwester von Leo.

hai.

Quelle: Blickpunkt:Film

 

Genre:

Drama / Komödie

Länge: 123  Minuten
FSK: ab 0

 

 

 
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