Playmobil - Der Film

 

 

 

 

Animationsspaß um ein Geschwisterpaar, das sich in der Playmobil-Welt verliert und wiederfinden muss.

Der nächste große Animationsfilm des französischen Independent On Animation Studios nach "Der kleine Prinz" nutzt nach einem französischen Buchklassiker nun eine erfolgreiche deutsche Spielzeugmarke als Vorlage für ein Abenteuer, das sich gleich mehrerer Genres bedient bzw.das Springen zwischen ihnen zum Prinzip erhebt. Eingebettet ist der leichtherzige Spaß in eine dramatische Realfilmrahmenhandlung, in der ein Geschwisterpaar die Liebe zueinander und die Lust am gemeinsamen Spiel wiederentdecken muss. Anya Taylor Joy aus "The Witch" und "Glass" funktioniert sehr gut als ältere Schwester Marla, die sich um ihren jüngeren Bruder Charlie kümmern muss, als ihre Eltern sterben, und ihre Weltreisepläne zurückstellt. Bei einer Playmobil-Ausstellung geraten die Geschwister ähnlich wie in "Jumanji" in die dort präsentierten Welten, der Junge als Wikinger, die junge Frau erst als sie selbst und später als Ritterin. Es waren ihre Lieblings-Playmobil-Figuren, mit denen sie wilde Kämpfe austrugen. Der Film bezieht seine Komik u.a. aus dem Fish-out-of-Water-Thema, aber auch aus etlichen, anderen Quellen, u.a. der Idee, dass mit rosa Zauberstroh aus einem Pferd und selbst einem wütenden Tyrannosaurus ein freudetrunkenes, fliegendes Tier wird. Die Geschwister geraten in einen Wikingerkrieg, Marla landet in einer Westernstadt und bei einer Gangsterkönigin, die Ähnlichkeit mit Jabba hat, bevor sie sich in der Arena des vergnügungssüchtigen Imperators Maximus wiederfinden, der aus allen Welten die mutigsten Krieger fangen ließ, um sie dort auftreten zu lassen, u.a. ein Piratenkapitän und eine intergalaktische Kopfgeldjägerin. Maximus bekommt einen selbstironischen Gesangsauftritt, auch sonst gibt es einige Musiknummern, in sehr unterschiedlichen Stilen - dem wilden Genre-Mix entsprechend. Neben u.a. Antike-Epos ist auch der Agentenfilm prominent vertreten, wird spielerisch zitiert, ja parodiert mit einer Nonsense-Mission:Impossible von Agent Rex Dasher, der von einem Jingle begleitet wird und mit Matthias Schweighöfers Stimme Charme und Selbstbewusstsein versprüht. Perfekt passt auch Christian Ulmen als Stimme des sympathischen Losers und Foodtruckfahrers Del, der Marla nur widerwillig bei ihrem Rettungsversuch von Charlie begleitet. Unterstützung bekommen die beiden von einer guten Fee (die Stimme der Sängerin Beatrice Egli). Lino DiSalvo, ehemals Head of Animation bei "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren", der mit "Playmobil - Der Film" sein Regiedebüt gibt, interessiert sich nicht für Logik. Wie die Fee alles möglich machen kann, ist auch die Spielfreude von Kindern, die sich DiSalvo zum Vorbild nahm, keinen Gesetzen unterworfen. So fährt die Pferdekutsche auf der Autobahn genauso schnell wie ein Truck, so schnell und unvermittelt werden Settings und Genre gewechselt. Besonder subtil ist "Playmobil - Der Film" nicht erzählt, aber Spaß macht er unbeidngt. Der Schluss deutet bereits eine Fortsetzung an. In den französischen Kinocharts ist er auf Rang fünf gestartet. Mit "The Lego Movie" kann der Film nicht mithalten, dazu ist die Marke nicht so populär.

Quelle: Blickpunkt:Film

 

 

Genre: Trickfilm
Länge: 100  Minuten
FSK: ab 0

 

 

 
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